Solidarität mit der Friese – Pressemitteilung

Die Falken Bremen solidarisieren sich mit dem Jugendkulturzentrum „Die Friese“ und allen Menschen und Projekten, die von Neo-Faschisten und rechter Gewalt bedroht werden.

Am vergangenen Wochenende kam es im Jugendfreizeitheim Friese, mitten im Bremer Viertel, zu zwei aufeinanderfolgenden Brandanschlägen. Täter*innen konnten bislang keine ermittelt werden. Es wurden jedoch Aufkleber mit einschlägigen rechten Bezügen gefunden. Mit der Friese wird ein Ort getroffen, der seit langer Zeit Jugend- und Alternativkulturen Raum bietet und als freier Träger der Jugendarbeit wichtige Projekte trägt und anstößt. Am gleichen Wochenende ist in einem Wohnprojekt in der Bremer Neustadt ein Brief mit einer Pulversubstanz eingegangen. Wenige Tage zuvor wurde unweit von Bremen – in Syke – ein Brandanschlag auf ein Restaurant verübt und Hakenkreuze an Fassaden geschmiert.

Die Anschläge passieren in einem gesellschaftlichen Klima, welches zunehmend nach rechts rückt und in denen rassistische Anschläge für viele bitterer Alltag ist. Das oft als tolerant und liberal geltende Bremen ist davon keinesfalls ausgenommen. Seit vielen Jahren sitzen rechte Parteien oder Gruppen in der Bürgerschaft und betreiben dort ihre Hetze. Dazu gibt es in Bremen eine gut vernetzte Nazi- und Hooligan-Szene. Das Agieren einer Gruppe wie jüngst Phalanx 18 zeigt, dass es selbst in Vierteln, die als alternativ gelten, zu Bedrohungen und Angriffen auf vermeintlich nicht-deutsch oder alternativ wirkende Personen kommt. Es ist davon auszugehen, dass die Verschiebung nach rechts sich auch weiterhin verschärfen wird. An vielen Orten mehren sich Anschläge, werden Politiker*innen bedroht und es kommt in beunruhigender Regelmäßigkeit zur Aufdeckung von Gruppierungen mit rechts-terroristischen Zielen.

Wir wollen uns dabei nicht auf die Arbeit der Behörden verlassen und sehen auch in einem weitreichenden Ausbau der Sicherheitsorgane keine Lösung. Als Kinder- und Jugendverband, plädieren wir für den Aufbau einer emanzipatorischen Bildung, die in diesem Schul- und Bildungssystem nicht gegeben ist. Es braucht deshalb Freiräume wie die Friese und andere.

Die Falken Bremen solidarisieren sich mit der Friese und rufen zu Solidarität mit allen Betroffenen rechter Gewalt auf. Die Falken stehen für eine Jugendkultur, die wild und unbequem ist und die sich nicht bedrohen lassen darf. Die Vorsitzende der Bremer Falken, Nele Fuchs, meint dazu: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Wir streiten für eine offene Gesellschaft. Das heißt für uns, dass wir uns für eine emanzipatorische Erziehung einsetzen und dass wir für eine Politik stehen, die gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragt und für ein mutiges Eingreifen und solidarisches miteinander einsteht.“ Und Merle Willemsen, stellvertretende Vorsitzende, ergänzt: „Jugendkultur ist oft unbequem und das ist gut so. Gerade jetzt muss ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt werden und die Träger der freien Jugendarbeit in ihrer Arbeit gestärkt und abgesichert werden!“.

Die Falken Bremen rufen dazu auf, sich an der Demonstration gegen rechten Terror, die am Donnerstag den 20.2. um 18:30 am Ziegenmarkt in Bremen startet, zu beteiligen.

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